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Gesellig trinken heißt nicht automatisch risikoarm trinken Info für die MPU Vorbereitung

vor 6 Tagen
2 Min. Lesezeit


Viele Menschen, die sich auf eine MPU vorbereiten, stellen sich irgendwann dieselbe Frage: War mein früherer Konsum eigentlich schon riskant, oder habe ich einfach getrunken wie alle anderen auch? Diese Frage lohnt einen genaueren Blick, denn gesellig trinken und risikoarm trinken sind zwei verschiedene Dinge.


Warum wir überhaupt trinken

Alkohol wird in Deutschland meist in Gesellschaft konsumiert. Deshalb spielt neben der reinen Wirkung des Alkohols auch die soziale Bedeutung des Trinkens eine große Rolle. Manche Menschen trinken, um sich zu entspannen oder in Stimmung zu kommen. Andere trinken vor allem, weil Alkohol zu bestimmten Anlässen dazugehört: zum Stammtisch, zur Geburtstagsfeier, zum Feierabend mit Kollegen. Wer sich an die ungeschriebenen Regeln dieser Runden hält, bleibt lange unauffällig. Genau das macht die Sache schwierig. In einer Umgebung, in der hohe Trinkmengen als normal gelten, fällt ein zunehmender Konsum kaum jemandem auf, oft nicht einmal einem selbst.


Der Trugschluss beim "sozialen Trinken"

Wenn Studien vom sozialen Trinken sprechen, meinen sie damit lediglich, was ein Großteil der Bevölkerung tatsächlich trinkt. Das ist keine Aussage über Gesundheitsrisiken. Der bundesweite Pro-Kopf-Verbrauch an Reinalkohol liegt bei rund zehn Litern im Jahr, umgerechnet also bei etwa 30 Gramm täglich für die trinkende Bevölkerung. Damit bewegt sich schon der gesellschaftliche Durchschnitt in einem Bereich, den Suchtmediziner als riskant einstufen. "Das trinken doch alle" ist deshalb kein brauchbarer Maßstab für die eigene Sicherheit.


Klare Grenzwerte statt Bauchgefühl

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat auf Basis von Langzeitstudien feste Grenzwerte veröffentlicht, an denen sich der eigene Konsum einordnen lässt:

  • Risikoarm: bis 24 Gramm Reinalkohol täglich bei Männern, bis 12 Gramm bei Frauen. Das entspricht etwa drei Litern Bier oder eineinhalb Flaschen Wein pro Woche bei Männern, bei Frauen der Hälfte davon. Zusätzlich gilt: kein Rauschtrinken, also nie mehr als fünf Gläser an einem Tag, und maximal fünf Trinktage pro Woche.

  • Riskant: 24 bis 60 Gramm täglich bei Männern, 12 bis 40 Gramm bei Frauen.

  • Gefährlich: 60 bis 120 Gramm täglich bei Männern, 40 bis 80 Gramm bei Frauen.

  • Hochkonsum: über 120 Gramm täglich bei Männern, über 80 Gramm bei Frauen.

Zur Orientierung: Ein Liter Bier mit fünf Volumenprozent enthält etwa 40 Gramm Reinalkohol, eine Flasche Wein mit 0,75 Litern etwa 80 Gramm.

Auch der Rausch selbst liefert Anhaltspunkte. Eine Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille wird meist deutlich wahrgenommen, ab 0,5 Promille zeigt sich eine klare Wirkung, zwischen 0,8 und 1 Promille treten üblicherweise Ausfallerscheinungen auf. Bleiben diese Anzeichen aus oder zeigen sie sich erst sehr spät, deutet das auf eine erhöhte Alkoholtoleranz hin, und die gilt selbst als Risikomerkmal.


Was das für die MPU-Vorbereitung bedeutet

In der MPU geht es nicht darum, sich als geselligen Trinker zu rechtfertigen, sondern darum, das eigene frühere Trinkverhalten realistisch einzuordnen. Wer die eigenen Trinkmengen anhand dieser Grenzwerte ehrlich durchrechnet, bekommt oft ein klareres Bild als durch den Vergleich mit Freunden oder Kollegen. Das ist ein wichtiger erster Schritt für eine glaubwürdige Selbstreflexion, wie sie Gutachter in der MPU erwarten.

 
 
 

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